
Regisseur Andy Tennant beschäftigt sich bei Fools Rush In mit den Konsequenzen eines überstürzten Ja-Worts, indem er zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in einen Haushalt bringt.
Den Narren und hilflosen Romantikern sei dieser Film gewidmet. Wie schön und kompliziert die Liebe auf den ersten Blick und mit anschliessender Blitzheirat sein kann, führen uns die junge Mexikanerin Isabel (Salma Hayek) und der aufsteigende Ostküsten-Geschäftsmann Alex (Matthew Perry) vor. In einer Warteschlange vor der Toilette eines Latino-Restaurants verfallen einander zwei Menschen, deren Herkunft sehr unterschiedlich ist. Streng religiös erzogen glaubt Isabel an die unumstössliche Macht des Schicksals und an Zeichen, die einem den Weg durchs Leben weisen. Realistisch und ohne falsche Illusionen hält sich Alex indes an seinen Job.
Der Bau eines grossen In-Clubs ist ihm unterstellt worden, und sollte er diese Hürde überwinden, winkt ein noch grösseres Geschäft, mit dem sich der junge Senkrechtstarter profilieren kann und angemessen abkassieren will. Dass ihm seine Traumfrau das gut durchgeplante Leben ziemlich durcheinanderbringt, scheint ihn anfangs nicht zu stören. Erste Bedenken tauchen jedoch auf, als die obligaten Familientreffen beginnen. Der «Gringo» muss sich mit den Gegebenheiten Mexikos und speziell mit dem Vater Isabels (Tomas Milian) anfreunden. Jagdausflüge mit äusserst stacheligem Ausgang gehören ebenso zur aztekischen Familieneingliederung wie Isabels farbenfrohe Dekoration eines öden Mittelstandshauses. All das und ausserdem Isabels Schwangerschaft versucht Alex vor seinen oberschichtigen und oberlangweiligen Eltern zu verbergen.
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So ganz aus dem Nichts kam diese Leistung natürlich nicht. Katherine Rebacks Drehbuch und die dezente Regie Andy Tennants, über dessen bisherige Arbeiten wir uns hier ausschweigen, sind genauso für die geglückte Darstellung Hayeks verantwortlich, wie auch Matthew Perry, der seine drei Friends für einmal verlassen hat und hier vielleicht sogar das Sprungbrett von der Flimmerkiste auf die Leinwand gefunden hat. Seine Rolle ist denkbar einfach. Auch ist der gesamte Film mit Klischees (verklemmte New Yorker-Yuppies, jähzornige «Chicanos») vollgestopft ist. Der schwelgerischen Romantik tut dies aber keinen Abbruch. Nach einem überhitzten Tag in Büro oder Freibad, wenn mann und frau sich zu zweit in ein vollklimatisiertes Lichtspieltheater setzen will, bietet Fools Rush In ein wunderschönes und nicht unrealistisches Märchen, bei dem Händchenhalten unbedingt dazugehört.

| Titel: | Fools Rush In (1997) | |
| Land: | USA | |
| Genre: | Liebesfilm | |
| Bewertung: | ||
| Regie: | Tennant, Andy | |
| Drehbuch: | Taylor, Joan Reback, Katherine | |
| Produktion: | Draizin, Doug Saeta, Steven P. | |
| Koproduktion: | Davis, Anna Maria | |
| Ausf. Prod.: | McDonnell, Michael | |
| Kamera: | Greenberg, Robbie | |
| Schnitt: | Bondelli, Roger | |
| Musik: | Silvestri, Alan | |
| Ausstattung: | Pisoni, Edward | |
| Kostüme: | Tillman, Kimberly A. | |
| Besetzung: | Betancourt, Anne Clayburgh, Jill DeSantis, Stanley Fallon, Siobhan Gómez, Carlos Hayek, Salma Milián, Tomás Newman, Andrew Hill Perry, John Bennett Perry, Matthew L. Shively, Debby Snyder, Suzanne Tenney, Jon Broderick, Beth | |
| Länge: | 109 Minuten | |
| Negativ: | 35 mm | |
| Bild: | 35 mm (Coloriert) | |
| Ton: | SDDS | |
| Prod.-firma: | Columbia Pictures | |
| CH Verleih: |
20th Century Fox |