Ghetto (1997)
Thomas Imbach porträtiert die Schüler einer 3. Sekundarschulklasse, die sich zwischen Parties, Drogenkonsum und ersten sexuellen Erfahrungen für einen Beruf entscheiden müssen.
von Flavia Giorgetta
Wieweit kann man als Nicht-Jugendlicher Teenager porträtieren, ohne dabei trotz Nächstaufnahmen voyeuristisch zu wirken? Thomas Imbach musste wohl eine empfindliche Gratwanderung begehen, als er die Wege einzelner SchülerInnen oft bis ins Haus verfolgt hat. Die Türkin Xhumi erhält etliche Absagen während der Lehrstellensuche, schnuppert bei einer Discountparfümerie und schreckt vor ihrem Traumberuf Juristin zurück, da man dafür studieren muss und dies nunmal ohne Matura nicht möglich ist. Der ruhige Dani hingegen, der im Gegensatz zu den meisten seiner Mitschüler mehr Zeit mit der Familie als in der Disco verbringt, bereitet sich für die Gymiprüfung vor.
Wenig Voyeurismus
Steffi telefoniert offen vor der Kamera mit einem vermeintlichen Flirt (oder war es gar ein Freund?), möchte aber nicht beim Schminken gefilmt werden, was uns schliesslich doch gezeigt wird. Die Problematik eines Filmprojektes wie Ghetto liegt darin, ein Gleichgewicht zu finden zwischen einer Offenlegung und dem Wahren einer gewissen Diskretion. Imbach gelingt diese Balance weitgehend, auch wenn einige Momente wegzudenken wären - zum Beispiel müsste der Plüschelefant nicht unbedingt so explizit zwischen Steffis Beinen gezeigt werden.
Die verschiedenen Kapitel Auto (über die oft mühselige Lehrstellensuche), Techno, Drugs, Sex (in dem vor allem die Frauen beim Besprechen kosmetischer Probleme gezeigt werden) und Marroni (eine spannende Reflexion über den Film selbst) sind durch Landschaftsaufnahmen getrennt, die die ruhigeren Seiten Meilens zeigen. Wenn diese Natur mit der heutigen Kultur zusammenfällt, gefällt dies Steffi am besten: In ihrer Lieblingsstelle wurde die Geschwindigkeit eines Traktors vor romantischem Abendrot durch Zeitraffer dem schnellen Technobeat angeglichen.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Ghetto (1997)
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| Land: | | Schweiz
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| Genre: | | Dokumentation
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| Bewertung: | |
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| Regie: | | Imbach, Thomas
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| Drehbuch: | | Imbach, Thomas Gsell, Monika
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| Produktion: | | Imbach, Thomas
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| Kamera: | | Hassler, Jürg Imbach, Thomas
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| Schnitt: | | Imbach, Thomas Hassler, Jürg
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| Musik: | | Bräker, Peter
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| Besetzung: | | Steffi Anna Xhumi Müke Oli Ati Romina
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| Länge: | | 122 Minuten
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| Negativ: | | Video
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Ton: | | Dolby
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| Prod.-firma: | | Bachim Film
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| CH Verleih: | |
Bernhard Lang Filmverleih
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