Mutter & Sohn (1997)
DIE FÜLLE DES NICHTS
von Serge Zehnder
Sie ist schon alt, vermutlich so alt wie das Haus, in dem sie mit ihrem Sohn lebt. Etwas Wasser kocht über dem Feuer, der Sohn versucht sie zu pflegen. Die Stille wird von kurzen Gesprächen durchbrochen. Wie eine Lebensbeichte fühlen sich diese abgehackten Dialoge an. Der Sohn (Aleksej Ananischnov), der den bevorstehenden Tod seiner Mutter (Gudrun Geyer) langsam erkennen muss, trägt sie ein letztes Mal über die Felder des russischen Hinterlandes spazieren. Erinnerungen und verborgene Ängste werden hervorgerufen, und die Tatsache, dass sowohl Mutter und Sohn in ihrem Leben nur einander hatten, verunsichert den Sohn vor der drohenden Einsamkeit umsomehr.
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Der Sohn (Ananischnov) erkennt die Zeichen bevorstehender Einsamkeit.
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PERSÖNLICHES KINO
Mehr gibt es zu Aleksander Sokurovs poetischer Abhandlung über die Beziehung zwischen einem Sohn und seiner Mutter nicht zu sagen. Der Film entzieht sich jeglicher Konventionen und schafft eine absolut eigene Dynamik. Vergleiche mit dem grossen Andrej Tarkowskij (1932 - 1986) dürfen aufgrund der Unfassbarkeit beider Regisseuren sicherlich gemacht werden, können aber nicht als Mass für eine Bewertung genommen werden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle dem Film keine Wertung geben. Nicht weil das zu überprüfende Produkt gut oder schlecht wäre, sondern weil es keiner Verallgemeinerung standhält. Manch einer wird sich wohl ab dieser Collage von Bild und Ton ärgern, andere wiederum wird es bis auf die Knochen berühren. Es besteht für Mutter & Sohn keine Möglichkeit, ihn nach festgelegten cineastischen Punkten zu bewerten, da es einer jener Filme ist, die die Gefühlslage, in der man sich zum Zeitpunkt des Kinobesuchs befindet, verstärkt. Insofern bleibt mir nur übrig, den Film von meiner persönlichen Seite her zu empfehlen, aber dies kann nicht in Form von Sternen geschehen, da dies eine zu direkte Wertung wäre. Und wenn Sokurovs Werk eins nicht ist, dann ist es direkt.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Mutter & Sohn (1997)
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| Land: | | Russland
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| Genre: | | Drama
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| Regie: | | Alexander Sokurov
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| Drehbuch: | | Yuri Arabov
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| Produktion: | | Thomas Kufus
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| Kamera: | | Alexi Fyodorov
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| Schnitt: | | Leda Semyonova
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| Ausstattung: | | Esther Ritterbusch Vera Zelinskaya
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| Besetzung: | | Alexei Ananishnov Gudrun Geyer
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| Länge: | | 73 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Ton: | | Dolby SR
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| CH Verleih: | |
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