
Rosalía ist anders. Merkwürdige Talente schlummern in ihr. Sie nimmt Dinge wahr, die anderen verborgen bleiben. Lieder in längst ausgestorbenen Sprachen sind ihre Begleiter. Sie kann Dinge verzaubern. Kann Menschen verzaubern. Und immer wieder erscheint ihr im Traum eine Fee, die sie aus einer scheinbar ausweglosen Situation befreit. Rosalía beginnt sich zu fragen: Bin ich vielleicht selber eine Fee?
Was für eine Frage! Feen sind etwas für Kinder, den Gute-Nacht-Geschichten entsprungen. Feen gibt es nicht. Basta! Doch in Rosalía (Julieta Ortega) keimen Zweifel, die zusehens in eine Gewissheit übergehen. Dass sie damit in ihrer Umwelt meistens auf taube Ohren stösst, ist vorprogrammiert. Zu geblendet vom modernen Alltag sind die (sehenden) Menschen, um an etwas derartiges noch zu glauben. «Tanta gente ve sin mirar.» (So viele Leute sehen ohne zu schauen.) Rosalía steht eine spannende Reise gespickt mit magischen, auch lustigen Momenten bevor, die sie in ganz unterschiedliche Richtungen treiben werden.
Eliseo Subiela skizziert nicht bloss eine Reihe von sehr unterschiedlichen Leuten aus ebenso unterschiedlichen Umfeldern, sondern malt sie aus, gibt ihnen Farbe, Form und Profil. Dies gelingt ihm am eindrücklichsten bei der Hauptfigur Rosalía, seiner ersten weiblichen Hauptrolle überhaupt. Die Rollen alleine sind jedoch erst die halbe Kunst, es braucht vor allem auch Schauspielerinnen und Schauspieler, die mit solchen Rollen überhaupt umgehen können, was in diesem Fall sicher zutrifft insbesondere für Julieta Ortega als Rosalía. (Eine weitere Première ist übrigens, dass Subielas Tochter Guadalupe auftritt, als Fee in Rosalías Träumen.)
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Alle sind am Suchen und Finden, manchmal auch Verlieren. Subiela stellt viele Fragezeichen in den Raum, ohne die Absicht, diese dann auch gänzlich aufzulösen. Und genau darin liegt die Stärke seiner Filme. Sie berieseln das Kinopublikum nicht einfach mit vorverdauter Gefühlsduselei, sondern wecken die eigene Phantasie. So kann es passieren, dass ich etwas anderes sehe als das Pärchen in der sechsten und der Filmkritiker in der achten Reihe. Oder was bedeutet für Sie «la muerta no existe» (der Tod existiert nicht)? Nun, finden Sie's raus.


| Titel: | Pequeños milagros (1997) | |
| Land: | Argentinien | |
| Genre: | Drama | |
| Bewertung: | ||
| Regie: | Eliseo Subiela | |
| Drehbuch: | Eliseo Subiela | |
| Kamera: | Daniel Rodríguez Maseda | |
| Besetzung: | Héctor Alterio Antonio Birabent Monica Galan Paco M Julieta Ortega Ana Maria Picchio Guadalupe Subiela | |
| Negativ: | 35 mm | |
| Bild: | 35 mm (Farbe) | |
| Prod.-firma: | Promisa S.A. | |
| CH Verleih: |
Trigon Film |