Vor rund tausend Jahren hat die japanische Hofdame Sei Shonagon diese Zeilen in ihr Kopfkissenbuch (engl. "pillow book") geschrieben 1). Es blieb nicht unentdeckt und wurde noch zu Lebzeiten allen Bedenken zum Trotz veröffentlicht und erlangte bald den Ruf eines Meisterwerks. Peter Greenaways Film nun ist eine Hommage and Shonagons Kopfkissenbuch und noch weit mehr.
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Rasch arbeitet sie sich hoch und schafft schliesslich den Durchbruch als Model. Als Einziges knüpft ihre Liebe zur Kalligraphie an ihr altes Leben an, in Erinnerung an ihren Vater. Sie lässt sich von Schreibkünstlern ihren Körper beschreiben und gilt die Arbeit mit Liebesdiensten ab, ganz wie seinerzeit ihr Vater sich von seinem Verleger (Yoshi Oida) sexuell benutzen lassen musste, um seine Kalligraphien veröffentlichen zu können.
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Vivian Wu und Ewan McGregor |
Doch von den vorgesehenen 13 lebenden Büchern kann Jerome nur die ersten überbringen. Von der Eifersucht besessen lässt Nagiko Jerome fallen und ignoriert ihn so lange, bis dieser in ihrer Wohnung Selbstmord begeht. Zum Abschied schreibt Nagiko auf ihm das "Buch des Geliebten", das Jerome mit in sein Grab nimmt. Doch dort bleibt es nicht lange, denn der Verleger lässt ihn heimlich exhumieren, seine Haut zu Pergament gerben und in ein Buch binden.
Nagiko kalligraphiert um diese schändliche Tat wissend weiter, bis sie zum 13. und letzten, dem "Buch des Todes" gelangt. Für den Verleger ist dieses Buch ein Urteil, dessen Vollstreckung eine Sache der Ehre ist.
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Mit Vivian Wu, Ken Ogata, Yoshi Oida und Ewan McGregor standen Greenaway talentierte Schauspieler/innen zur Seite, die diesen nicht einfachen Stoff überzeugend in Szene setzen konnten. Insbesondere Vivian Wu vermag die Intention Greenaways, die Emanzipation Nagikos oder mit der Metapher des Filmes ausgedrückt den Wechsel vom Papier zum Pinsel führt spielt sie kraftvoll auf die Leinwand.
The Pillow Book ist die eigensinnige und spannende Umsetzung eines ebenso eigensinnigen und spannenden Skripts; ein eindrücklicher Beweis für die künstlerische Mannigfaltigkeit des Mediums Film als Collage mit dem geschriebenen Schriftzeichen.
1) Auf Deutsch erschienen bei DTV unter dem Titel "Das Kopfkissenbuch der Hofdame Sei Shonagon" (DTV 24005).
2) In eine Einstellung hineingeschnittene Fenster mit Unter- oder Nebeneinstellungen.
| Titel: | The Pillow Book |
| Genre: | Studiofilm |
| Bewertung: | **** |
| Länge: | 123 Minuten |
| Regie: | Peter Greenaway (The Cook, the Thief, his Wife and her Lover) |
| Drehbuch: | Peter Greenaway |
| Produktion: | Kees Kasander, Denis Wigman (exec), Terry Glinwood (exec), Jean-Louis Piel (exec) |
| Kamera: | Sacha Vierny |
| Musik: | diverse |
| Besetzung: | Vivian Wu (The Last Emperor, Heaven and Earth) |
| Yoshi Oida (Mahabharata) | |
| Ken Ogata (Narayama-Bushi Ko, Mishima) | |
| Ewan McGregor (Shallow Grave, Trainspotting) | |
| Verleih: | Monopole Pathé |