Place Vendôme (1998)
Catherine Deneuve im Diamantenfieber
von Marc Mair-Noack
Es zu glauben fällt schwer, doch Catherine Deneuve weilt tatsächlich bereits 43 Jahre im Filmgeschäft, und beinahe so lange gehört sie zu den ganz Grossen ihres Metiers. Von Meistern wie Luis Buñuel (Belle de jour, Tristana) und Francois Truffaut (La sirène du Mississippi, Le dernier métro) zur Figur der geheimnisvollen und kühlen Blonden modelliert, entwickelte sie sich rasch zur Grande Dame des französischen Kinos. In Place Vendôme wurde ihr die Rolle der rätselhaften Marianne vollkommen auf den Leib geschrieben. Als Gattin des Juweliers Vincent Malivert (Bernard Fresson) führt sie ein trostloses Leben, residiert unter schweren Depressionen und Alkoholproblemen leidend mehrheitlich in Kliniken und scheint sich in eine eigene, unnahbare Welt zurückgezogen zu haben.
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Marianne (Catherine Deneuve) trifft Battistelli (Jacques Dutronc) wieder, der einst ihr Leben zerstört hatte.
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Doch schon bald wird sie in die Realität zurückgeworfen. Malivert gerät in eine Intrige, die das bislang erfolgreiche Juweliergeschäft am Place Vendôme zu ruinieren scheint. Fluchtartig verlässt er daraufhin Paris und rast mit seinem Auto freiwillig in den Tod. Die Witwe Marianne gewinnt im Gegenzug ihre Lebenskraft wieder, als sie in einem Versteck ihres Mannes sieben äusserst wertvolle Diamanten findet. Geschickt verhindert sie den Verkauf ihres Geschäftes und versucht, die (angeblich einst gestohlenen) Steine zu verkaufen. In betont bedächtigem Tempo zeigt Regisseurin Nicole Garcia, wie sich Marianne dabei immer tiefer in den Sumpf obskurer Händler und der Mafia hineinmanövriert, ohne die Diamanten loswerden zu können. Zudem trifft sie in Battistelli (Jacques Dutronc) den Mann wieder, der ihre einstige Karriere als Diamantenhändlerin zerstört hatte, und merkt, dass sich hinter der Verkäuferin Nathalie (Emmanuelle Seigner) eine weitere rätselhafte und ihr sehr ähnliche Person verbirgt.
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| Welche Rolle spielt die geheimnisvolle Nathalie (Emmanuelle Seigner)?
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Garcia versucht in Place Vendôme eine betont psychologische Annäherung an die verschiedenen Charaktere und zeigt deren Veränderungen durch den Diamantenhandel. Besonders Catherine Deneuve zeigt eine eindrucksvolle Leistung (die ihr übrigens auch den «Goldenen Löwen» von Venedig eingebracht hat) und bringt mit ihrer Darstellung tatsächlich einen Hauch Buñuel in das zeitgenössische Kino. Formal zeichnet sich der Film mit geheimnisvollen Figuren und der melancholischen Grundstimmung durch seine einheitliche Erzählweise aus, verliert sich aber durch den übermässig psychologisierenden Stil leicht in allzu bedeutungsschwangeren Dialogen, die jegliche Leichtigkeit eliminieren, und leidet ausserdem das sei ihm besonders vorzuwerfen an einer gehörigen Portion Langatmigkeit.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Place Vendôme (1998)
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| Land: | | Frankreich
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| Genre: | | Krimi
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| Regie: | | Nicole Garcia
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| Drehbuch: | | Jacques Fieschi Nicole Garcia
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| Produktion: | | Alain Sarde
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| Ausf. Prod.: | | Christine Gozlan
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| Kamera: | | Laurent Dailland
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| Schnitt: | | Luc Barnier Françoise Bonnot
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| Musik: | | Richard Robbins (II)
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| Kostüme: | | Nathalie du Roscoat Elisabeth Tavernier
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| Besetzung: | | Jean-Pierre Bacri François Berléand Philippe Clévenot Catherine Deneuve Jacques Dutronc Bernard Fresson Emmanuelle Seigner Dragan Nikolic (I) László Szabó Otto Tausig Malik Zidi
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| Länge: | | 117 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Prod.-firma: | | Le Studio Canal+ Centre national de la cinématographie (CNC) Alhena Films Angel's Company Studio Images 3 Les Films Alain Sarde Les Films de l'Etang TF1 Films Productions
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| CH Verleih: | |
Alhena Filmverleih
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