Pleasantville (1998)
Früher war sowieso alles besser.
von Thomas Hunziker
David (Tobey Maguire) entflieht seinem grausamen High School-Alltag in der Geborgenheit der fünfziger Jahre Sitcom «Pleasantville». In der vorbildlichen Kleinstadt scheint jeden Tag die Sonne, die Temperatur liegt 22 Grad Celsius, die High School-Mannschaft gewinnt alle Spiele und die Aufgabe der Feuerwehr ist Katzen von den Bäumen zu retten. Als sich David und seine zickige Schwester Jennifer (Reese Witherspoon) über die Kontrolle der Fernbedienung in die Haare geraten, landen sie plötzlich inmitten Davids Traumwelt, in den Rollen von Bud und Mary Sue Parker, den Kindern von George (William H. Macy) und Betty (Joan Allen). Bald müssen die beiden feststellen, dass in der schwarzweissen Ortschaft nicht alles so wunderbar ist, wie es scheint. Dass niemand Sex hat, stört v.a. Jennifer, doch das alle Bücher nur weisse Seiten haben führt auch bei David zu einigen Überlegungen bezüglich der heilen Fassade der vorbildichen Kleinstadt. Nach und nach führen die beiden modernen Kinder mit ihrer weltoffenen Haltung zu einem Wechsel in der Bevölkerung. Personen, die sich vom neuen Lebensgefühl anstecken lassen, erhalten plötzlich Farbe. Doch nicht bei allen stösst der neue Lebensstil auf Gegenliebe. Der Bürgermeister (J.T. Walsh) setzt alles daran, dass die Dinge beim Alten bleiben.
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| Gefangen im Fernseher (Maguire, Witherspoon)
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Spezialeffektmagie
Wenn bei der Promotion eines Filmes damit geprahlt wird, dass der Film mehr visuelle Effekte aufweist als Titanic und Jurassic Park zusammen, dabei aber auch darauf hingewiesen wird, dass es sich um eine faszinierende Geschichte handelt, dann kann etwas nicht in Ordnung sein. Doch Pleasantville überzeugt tatsächlich nicht nur durch die visuelle Brillianz, sondern verfügt auch über eine ausgeklügelte Geschichte. Leider wurden dabei die Schattierungen genauso grob gezeichnet, wie die Figuren in den darin karikierten Sitcoms der fünfziger Jahre. So behindert die offensichtlich sinnbildliche Paralelle zwischen der schwarzweissen Monotonie und der damit gleichgesetzten lustlosen Perfektion und der einschränkenden Kontrolle des Privatlebens den Fluss der Erzählung mehr, als dass sie ihr weitere Dimensionen öffnet. Die Brücke zwischen dem faschistisch-kommunistischen Staat, der Bücher verbrennt und der amerikanischen Geschichte mit der Ausgrenzung der Farbigen ist schnell geschlagen, doch richtig überzeugend wirken diese Erzählmittel nie. Selbst Tobey Maguire, der in The Ice Storm die siebziger Jahre miterleben durfte, scheint nie so richtig überzeugt von seiner zweiten Heimat. Drehbuchautor Gary Ross (Big, Dave) liefert mit seiner ersten Regiearbeit eine solide politische Gegenwartsaufnahme, wobei er allerdings thematisch weitgehend an der Oberfläche bleibt.
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Farbfehler werden überschminkt (Allen, Maguire)
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Der Spiegel im Wohnzimmer
Die Frage nach der eigenen Wahrnehmung im Fernsehen wurde schon in The Truman Show gestellt (und mit EdTV wird bald noch eine weitere Standortbestimmung folgen). Die Amerikaner müssen damit leben, als ein fernsehschauendes Volk dargestellt zu werden. Was dabei in den kleinen Flimmerkisten zu sehen ist, wird weltweit als Darstellung der Lebensweise der Bevölkerung akzeptiert. Diese Leben werden nicht nur allabendlich neu inszeniert, sondern werden auch von den ausgestrahlten Sendungen kontrolliert. Ein Ende des Fernsehlebens kann mit dem Weltuntergang gleichgesetzt werden. So stehen die Bewohner der Fernsehstadt «Pleasantville» am Ende vor der Frage: «Was machen wir jetzt?», so wie die Truman-Anhänger mit der bestimmenden Frage: «Was läuft sonst noch?» konfrontiert wurden. Die Antwort darauf ist in beiden Fällen Unwissenheit («I don't know!»), auch wenn die Antwort verschieden ausgelegt werden kann. Die Kurzgeschichten, die jeden Abend über den Bildschirm flimmern, stellen ein mögliches Leben der Zuschauer dar. Den Möglichkeiten, die den Wohnzimmergästen am angenehmsten sind, ist ein langes Leben und zahlreiche Nachahmer garantiert. So finden die Menschen Sicherheit in ihren eigenen vier Wänden, und der Grosse Bruder muss nicht einmal zuschauen, um ihre Leben zu kontrollieren.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Pleasantville (1998)
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| Land: | | USA
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| Genre: | | Komödie
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| Regie: | | Gary Ross
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| Drehbuch: | | Gary Ross
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| Produktion: | | Robin Bissell Robert John Degus Jon Kilik Gary Ross Steven Soderbergh
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| Koproduktion: | | Allen Alsobrook Andy Borowitz Susan Borowitz Edward Lynn (III) Allison Thomas
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| Ausf. Prod.: | | Michael De Luca Mary Parent
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| Kamera: | | John Lindley
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| Schnitt: | | William Goldenberg
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| Musik: | | Randy Newman
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| Ausstattung: | | Jeannine Claudia Oppewall
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| Kostüme: | | Judianna Makovsky
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| Besetzung: | | Joan Allen (I) Weston Blakesley Dawn Cody Jeff Daniels Jeanine Jackson Jane Kaczmarek Don Knotts Erik MacArthur William H. Macy Tobey Maguire Jason Maves Justin Nimmo Marley Shelton Danny Strong Paul Walker (I) J.T. Walsh Reese Witherspoon Marissa Ribisi
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| Länge: | | 124 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | Larger Than Life New Line Cinema
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| CH Verleih: | |
Rialto Film
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