Hubschrauber kreisen über den Dächern von Verona Beach. Wann immer die aufs Blut verfeindeten Häuser der Montagues und Capulets aufeinanderprallen, kommt es zu einer Schiesserei im besten Fall. Die junge Liebe zwischen Romeo (einem Montague gespielt von Leonardo DiCaprio) und Juliet (einer Capulet gespielt von Claire Danes) droht, in diesem Meer des Hasses unterzugehen und wie wir alle wissen, wird sie das auch.
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Romeo wird geächtet und muss flüchten. In einem verzweifelten Versuch, die Liebenden doch noch zu vereinen, inszeniert Bruder Lawrence mit einer Droge den Tod Juliets. Doch der Plan scheitert, da Romeo nicht mehr rechtzeitig eingeweiht werden kann. Ausser sich vor Trauer um den vermeintlichen Tod seiner Frau nimmt er sich an deren Sterbebett das Leben, kurz bevor Juliet aus der künstlichen Leichenstarre aufwacht und ihm in ihrer Verzweiflung folgt.
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Indem die Charaktere abgesehen von ein paar Vereinfachungen den Originaltext sprechen, beschwört das Autorenteam bewusst die Kollision zwischen der elisabethanischen Zeit Shakespeares und unserem ausgehenden 20. Jahrhundert herauf, was das Publikum wohl unterschiedlich aufnehmen dürfte. Zuweilen wirkt die Adaption zu konstruiert, doch immer wieder gelingt sie auch auf eindrückliche Weise. Etwa wenn eine Nachrichtensprecherin den Prolog und Epilog verliest. Oder die Eröffnungsszene: War es bei Shakespeare noch ein öffentlicher Platz, verlegt sie Luhrmann an eine Tankstelle, in gewisser Weise der neuzeitlichen Variante eines Brunnens, an dem die Pferde getränkt werden können.
Mit viel Neon, Farbe und augenbetäubenden Schnitten (Jill Bilcock) erleben wir das Drama auf eine postmoderne, aufgedrehte Weise, mit Schauspielerinnen und Schauspielern, die mehr oder weniger in diese Kunstwelt passen. Leider ist es dem Film nicht ganz vergönnt, die Herzen des Publikums zu rühren. Zu bekannt ist die Geschichte und zu poppig die Umsetzung. Allerdings ist das anno dazumal Franko Zeffirellis Kostümoper Romeo and Juliet auch nicht gelungen. Diesen Streifen sollten im übrigen all diejenigen vorziehen, die schon mit Richard Lonchraines Verfilmung von Shakespeares Richard III so ihre Probleme hatten.

| Titel: | Romeo and Juliet | |
| Genre: | Drama | |
| Bewertung: | *** ½. | |
| Länge: | 120 Minuten | |
| Regie: | Baz Luhrmann (Strictly Ballroom) | |
| Drehbuch: | Craig Pearce, Baz Luhrmann (nach einem Drama von William Shakespeare) | |
| Produktion: | Gabriella Martinelli, Baz Luhrmann | |
| Kamera: | Donald M. McAlpine | |
| Musik: | Nellee Hooper, Craig Armstrong, Marius de Vries | |
| Besetzung: | Leonardo DiCaprio (What's Eating Gilbert Grape, Marvin's Room) | |
| Claire Danes (How to Make an American Quilt) | ||
| Pete Postlethwaite (In the Name of the Father, Dragonheart, Hamlet) | ||
| John Leguizamo (Drag Queen, Carlito's Way) | ||
| Harold Perrineau (Smoke) | ||
| Verleih: | 20th Century Fox |