
Fünf Jahre sind seit dem letzten Spielfilm Schtonk von Helmut Dietl vergangen, bevor der neuste Streich des erfolgreichen deutschen Regisseurs endlich in unsere Kinos kommt. Zusammen mit Patrick Süskind hat Helmut Dietl das Drehbuch geschrieben, und es konnten so bekannte Schauspieler wie Götz George, Mario Adorf, Heiner Lauterbach, Gudrun Landgrebe und Veronica Ferres für den Film verpflichtet werden. Genug Zutaten also für eine neue deutsche Komödie, die unter anderem auch die Filmindustrie auf die Schippe nimmt und sich durch ihren Wortwitz und die gelungene Umsetzung wohltuend von der lärmigen Konkurrenz abhebt.
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| Mario Adorf kümmert sich um seine schwierigen Gäste |
Ausgerechnet am Geburtstag von Valerie (Gudrun Landgrebe), um deren Zuneigung sich Oskar und Bodo Kriegnitz (Jan Josef Liefers) gleichermassen bemühen, scheint das auch die Bank gemerkt zu haben und droht Oskars Produktionsfirma mit dem Entzug der dringend benötigten Kredite. Jakob Windisch muss also dazu gebracht werden, noch an diesem Abend den millionenschweren Filmvertrag zu unterschreiben...
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| Veroncia Ferres mit Götz George an der Angel |
All diese Verwicklungen finden fast gänzlich an einem einzigen, schwülen Sommerabend statt und verleihen dadurch der Handlung eine Dichte und Kompaktheit, die einen als Zuschauer beinahe schwindlig werden lässt. Vergangenheit und Zukunft treten in den Hintergrund und machen stattdessen einer zeitlosen Gegenwart Platz, die sich Abend für Abend auf immer gleiche Weise wiederholt. Leute gehen und neue kommen nach, die Konflikte aber, die sie untereinander austragen, verändern sich nicht und drehen sich ausschliesslich um Geld oder Liebe. Dafür, dass es einem dabei nicht langweilig wird, sorgt das geniale Drehbuch, das ständig zwischen derben Ausdrücken und feinem Witz hin- und herpendelt. Kommt dazu, dass der Film zu einem grossen Teil bei Kerzenlicht gedreht wurde. Die dadurch erzeugte heimelige Atmosphäre kontrastiert scharf mit der Gefühlskälte der Protagonisten, deren Stimmungen zudem einem ständigen Wandel unterworfen sind. Als Zuschauer schaut man diesem ständigen Auf und Ab atemlos zu und weiss oft nicht, ob man nun lachen oder weinen soll. Durch die hervorragende Besetzung mit einigen der besten Schauspielern Deutschlands und die feine Ironie, mit der sich der Film auch über seinesgleichen lustig macht, hebt er sich deutlich von der Masse der deutschen Komödien in der letzten Zeit ab.

| Titel: | Rossini (1997) | |
| Land: | BRD | |
| Genre: | Komödie | |
| Bewertung: | 4 (von 5) | |
| Regie: | Dietl, Helmut | |
| Drehbuch: | Dietl, Helmut Süskind, Patrick | |
| Produktion: | Dietl, Helmut Preuss, Norbert | |
| Kamera: | Roll, Gernot | |
| Schnitt: | Regnier, Inez | |
| Musik: | Farina, Dario | |
| Ausstattung: | Konrad, Albrecht | |
| Kostüme: | Stockinger, Bernd | |
| Besetzung: | George, Götz Adorf, Mario Lauterbach, Heiner Landgrebe, Gudrun Ferres, Veronica Król, Joachim Hoger, Hannelore Rohde, Armin Liefers, Jan Josef Gedeck, Martina | |
| Länge: | 110 Minuten | |
| Negativ: | 35 mm | |
| Bild: | 35 mm Scope (Farbe) | |
| Ton: | Dolby SR-D | |
| Prod.-firma: | Diana Film Ba Film Bavaria Film Fanes Film | |
| CH Verleih: | Buena Vista |
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