Saving Private Ryan (1998)
Steven Spielberg eröffnet sein Weltkriegs-Drama mit einem gigantischen Paukenschlag.
von Marc Mair-Noack
Wir schreiben den 6.Juni 1944. Langsam nähern sich die Boote der alliierten Streitkräfte dem menschenleeren, verregneten Strand in der Normandie. Die zahlreichen Panzersperren scheinen die einzigen Hindernisse zu sein, doch die eingezwängten Soldaten, unter ihnen Captain John Miller (Tom Hanks), wissen, dass sie nicht alleine sind. Kaum erreichen die zahlreichen Boote die Küste, zeigt sich tatsächlich der Feind die Nazis. Damit beginnt eine Schlacht, wie sie brutaler und realistischer bisher in keinem Kriegsfilm gezeigt worden ist. Mehr als zwanzig Minuten lang versuchen sich die Alliierten durch den Kugelhagel zu bewegen, doch zu Tausenden werden sie von den unterschiedlichsten Bomben regelrecht in Fetzen gerissen. Mit diesem detailliert gezeigten Gemetzel am berühmten «D-Day» setzt Spielberg wohl neue Massstäbe im Genre, die Sinnlosigkeit eines solchen Blutbades wird auf eindrucksvolle und definitive Weise demonstriert, jedoch nicht ohne dabei die Ausdauer des Zuschauers aufs äusserste zu strapazieren. Schliesslich schafft es Captain Miller mit viel Glück sich und einen kleinen Rest seiner Truppe lebend aus dem Schlachtfeld zu retten. Das gnadenlose Tempo des Films beruhigt sich ein wenig, doch schon erhält Miller einen neuen Auftrag.
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Die Landung der Alliierten endet in einem Blutbad.
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Alle für einen
Drei von vier Brüdern einer Familie namens Ryan werden innerhalb kurzer Zeit im Kampf getötet. Von oberster Stelle kommt nun der ungewöhnliche Befehl, den letzten Überlebenden irgendwo in der Normandie zu suchen und nach Hause zu seiner Mutter zu bringen, bevor die gesamte Familie ausgelöscht ist. Captain Miller wird ausgewählt, sich mit einer Einheit hinter die feindlichen Linien durchzuschlagen und den Soldaten James Ryan aufzuspüren eine Mission, die für heftige Kontroversen innerhalb der Truppe führt. Wie weit ist es gerechtfertigt, eine ganze Gruppe von Soldaten für einen Unbekannten einer tödlichen Gefahr auszusetzen? Der teuer erkaufte James Ryan (Matt Damon) wird schliesslich gefunden, doch es kommt in einem zerstörten französischen Dorf zu einer weiteren Schlacht mit den Deutschen, in der die Alliierten, nun besser vorbereitet, nicht ganz so hoffnungslos scheinen wie zu Beginn. Verschwammen in den bisherigen Kampfsequenzen Freund und Feind zu einer grossen, sich selbst zerstörenden Masse, bricht nun gegen Ende leider immer öfter Steven Spielbergs Nationalstolz durch, der aus den existentiell erschütterten Soldaten wieder die «Good guys» werden lässt, die sich mutig für ihr Vaterland Amerika einsetzen.
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| Der Soldat Ryan (Matt Damon) darf heim, will aber nicht.
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Es surren die Kugeln
Technisch ist «Saving Private Ryan» ein Meisterstück. Die Umsetzung der Landung am französischen Strand mit 750 von der irischen Armee ausgeliehenen Statisten wird mittels Handkamera zum dokumentarisch wirkenden Horror-Erlebnis. Der Zuschauer ist hautnah dabei, das Bild wird im Laufe der Gefechte immer fleckiger und bräunlicher, doch vor allem die Tonspur mit ihren pfeifenden, sausenden und zischenden Gewehrkugeln prägt sich ein. Die anfangs anonymen Charaktere, besonders Captain Miller, gewinnen mit fortdauernder Handlung Ecken und Kanten, bleiben aber dennoch zu dünn, um sich mit ihnen identifizieren zu können. Und wenn die anfangs pazifistische Darstellung irritierenderweise in eine Verbeugung vor der US-Army kippt, so stört dies nur am Rande, da solche Gedanken ohnehin vom gewaltigen Kugelhagel der Gefechte übertönt werden.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Saving Private Ryan (1998)
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| Land: | | USA
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| Genre: | | Drama
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| Regie: | | Steven Spielberg
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| Drehbuch: | | Robert Rodat
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| Produktion: | | Ian Bryce Kevin De La Noy Mark Gordon (II) Mark Huffam Gary Levinsohn Steven Spielberg
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| Koproduktion: | | Bonnie Curtis Allison Lyon Segan
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| Kamera: | | Janusz Kaminski
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| Schnitt: | | Michael Kahn
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| Musik: | | John Williams (II)
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| Ausstattung: | | Thomas E. Sanders
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| Kostüme: | | Joanna Johnston
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| Besetzung: | | Dylan Bruno Edward Burns (I) Matt Damon Ted Danson Jeremy Davies Vin Diesel Dale Dye Dennis Farina Paul Giamatti Adam Goldberg Demetri Goritsas Tom Hanks Barry Pepper Harve Presnell Giovanni Ribisi Tom Sizemore Joerg Stadler
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| Länge: | | 169 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | Mutual Film Company Mark Gordon Productions DreamWorks SKG Amblin Entertainment Paramount Pictures
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| CH Verleih: | |
United International Pictures
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