Weggelegt 19 Bei Belegung Aufzubewahren bis 19 geprüft am 19
bei dem Landgericht zu Hannover
Strafsache
Fritz Haarmann
wider
wegen
MordesAnklage Bl. Eröffnungsbeschluss Bl. Strafverzeichnis Bl. Überführungsstücke Bl. fortgeschafft Bl. Urteil I. Instanz Bl. Revisionseinlegung seitens v Bl. Revisionsanträge Urteil II. Instanz Bl. Strafvollstreckungsverfügung Bl. Strafantritt Bl. Strafverkürzung Bl. erledigt Vermögensverhältnisse Bl.
1924, als der Der letzte Mann von Friedrich Wilhelm Murnau
entsteht, Der Zauberberg von Thomas Mann erscheint und Adolf
Hitler in München wegen Hochverrats angeklagt wird, erregt ein
Kriminalfall in Hannover grosses Aufsehen in der deutschen
Öffentlichkeit.
Der Kaufmann Fritz Haarmann gesteht, 24 junge Männer getötet und ihre Leichen zerstückelt zu haben. Den Vorwurf des Kannibalismus weist er zurück.
Das psychiatrische Gutachten, das die Frage der Zurechnungsfähigkeit von Haarman klären soll, wird bei Professor Dr. Ernst Schultze in Auftrag gegeben.
Im August 1924 beginnen die sechswöchigen Untersuchungen in der Proviz-Heil- und Pflegeanstalt von Göttingen.
Die Gespräche wurden von einem Stenographen protokolliert und dienten diesem Film als Grundlage. Die Texte werden authentisch wiedergegeben.
Die Handlung spielt aussschliesslich im Untersuchungszimmer von Professor
Schultze.
Der furchtbare Mörder Haarmann inspirierte Künstler, Autoren
und Filmregisseure, etwa George Grosz und Alfred Hrdlicka sowie Alfred
Döblin zum Psychogramm des Franz Biberkopf in Berlin
Alexanderplatz und Fritz Lang für Peter Lorres Rolle in
M- Eine Stadt sucht einen Mörder.
Götz George macht eine sehr gute Figur als inhaftierter Serienkiller. Schon in Schtonk hat er bewiesen, dass er keineswegs nur den Hau-Drauf-Bullen Schimanski spielen kann. Dieser ansonsten karge Film (Schaulustige, die einen Horrorfilm erwarten, sind hier fehl am Platz!), der mehr an ein Theaterstück erinnert, trifft den Zuschauer dennoch mit vollem Grauen, weil man sich bewusst ist, dass es sich im Grunde um eine wahre Geschichte dreht.
Gänge ans Fenster, Blicke in den Regen, zumeist stumme Besucher, die die Zwiegespräche, das Ringen des Verhörs unterbrechen, und der ängstlich-neugierige Stenograph (Pierre Franckh, mir noch in Erinnerung als der Bösewicht aus der Serie Die Vorstadtkrokodile), der mit einer Mischung aus Angst und Attraktion auf die fordernde Sexualität Haarmanns reagiert - das sind die einzigen Aufweichungen der strengen, in Schnitt und Gegenschnitt vollzogenen Zweier-Konstellation.
Angaben zum Film
| ***½. | Robert Michl |
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