
Was tun, wenn das stille Örtchen geschlossen ist, obwohl man es doch so dringend bräuchte? Kurzerhand in einen Hinterhof urinieren, beispielsweise - so ist das eben nun mal. In ihrer filmischen Umsetzung dient diese Notlage meistens als Quelle für sichere Lacher oder als belangloses Zwischenszenario. Äusserst selten schliesslich kommt es vor, dass die missliche Situation mit einer klaren Aussage verbunden ist.
In «Fight the Future» geschieht dies mit einem einzigen Schnitt und einer langsamen Kamerafahrt. Aus der mit Braun- und Schwarztönen verdüsterten, etwas unheimlichen Welt wird nach und nach das bepinkelte Objekt sichtbar: ein verwittertes «Independence Day»-Filmplakat. Eine klar wertende Geste also, die hier vollzogen wird. Und eine ziemlich freche dazu, wenn man weiss, dass der Vollziehende der UFO-Guru Fox Mulder ist, der Held der amerikanischen Kultserie «The X-Files» (Akte X).

Angesichts dieses Erfolges erstaunt es nicht, dass die sechste Staffel der Serie mit einem abendfüllenden Spielfilm eingeleitet wird. Darin kämpfen die FBI Special Agents Mulder und Scully wieder einmal Seite an Seite gegen jene Mächtigen, die die Existenz von Ausserirdischen verleugnen. So werden sie in ein undurchschaubares Netz von Intrigen gezogen, als sie dem wahren Grund (ein geheimnisvoller, ausserirdischer Virus) eines Bombenattentats auf ein Bürogebäude in Dallas auf die Spur kommen.

Als aber ein dramaturgischer Kunstgriff die Special Agents im letzten Viertel des Filmes in die Antarktis verschlägt, ist der Film nicht davor gefeit, selbst in jenen Gigantismus abzuschlittern, der «Independence Day» zu einer Lachnummer degradierte. Schliesslich vermögen auch die pyro- und tricktechnischen Glanzleistungen nicht darüber hinwegzutäuschen, dass hier auf ein Show-Down hingearbeitet wird, der sich in dieser Form eigentlich gar nicht ereignen dürfte. Zumindest nicht in einem Film, der derart augenfällig den Anspruch erhebt, sich vom üblichen Science-Fiction-Brei abzuheben.
Doch Anspruch hin- oder her, interessieren tut doch vor allem eines: Werden sich Scully und Mulder endlich küssen? Um es ganz im Sinne der «X-Files» auszudrücken: Die Wahrheit ist irgendwo da draussen.

| Titel: | The X Files (1998) | |
| Land: | USA | |
| Genre: | Science Fiction | |
| Bewertung: | ||
| Regie: | Rob Bowman (I) | |
| Drehbuch: | Chris Carter (I) Frank Spotnitz | |
| Produktion: | Mary Astadourian Chris Carter (I) Daniel Sackheim | |
| Koproduktion: | Frank Spotnitz | |
| Ausf. Prod.: | Lata Ryan | |
| Kamera: | Ward Russell | |
| Schnitt: | Stephen Mark | |
| Musik: | Mark Snow | |
| Ausstattung: | Christopher Nowak | |
| Kostüme: | Marlene Stewart | |
| Besetzung: | Gillian Anderson Lucas Black (II) Tom Braidwood Blythe Danner William B. Davis (I) Jeffrey DeMunn David Duchovny Gary Grubbs Dean Haglund Bruce Harwood Glenne Headly T.W. King Martin Landau Hrothgar Mathews Armin Mueller-Stahl John Neville Terry O'Quinn Mitch Pileggi Stanley Walsh (I) Michael Shamus Wiles Don S. Williams Joel Traywick | |
| Länge: | 121 Minuten | |
| Negativ: | 35 mm | |
| Bild: | 35 mm Scope (Farbe) | |
| Ton: | Dolby Digital | |
| Prod.-firma: | 20th Century Fox [us] Ten Thirteen Productions | |
| CH Verleih: |
20th Century Fox |